KOMMISSION FÜR GESCHICHTE DES PARLAMENTARISMUS UND DER POLITISCHEN PARTEIEN E.V.
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Entstehung und Geschichte

Die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V. (KGParl) wurde 1952 in Bonn als unabhängige Forschungseinrichtung von namhaften Wissenschaftlern gegründet, darunter die Historiker und Politologen Ludwig Bergstraesser, Theodor Eschenburg und Fritz Fischer. Durch öffentliche Fördermittel, zunächst des Bundesministeriums des Innern, dann des Landes Nordrhein-Westfalen und nun des Deutschen Bundestages, wurden die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Grundlagenforschung geschaffen, die sich die KGParl zur Hauptaufgabe machte und die ihr Markenzeichen geworden ist. Aus der Sicht der an der Gründung beteiligten Wissenschaftler und Ministerialbeamten war die Arbeit der Kommission auch »aus staatspolitischen Gründen geboten«. Durch ihre Publikationen sollte die KGParl der »gesamten politischen Öffentlichkeit« die »demokratische Tradition« der Bundesrepublik verdeutlichen. Von dieser pädagogischen Funktionszuweisung indessen sollte ihre »Anerkennung als eines wissenschaftlich objektiv und unabhängig urteilenden und arbeitenden Gremiums« nicht berührt werden.

In den Jahrzehnten nach ihrer Gründung und der Eintragung in das Vereinsregister 1965 trat die KGParl als Forschungsagentur und Publikationszentrum hervor. Sie nahm ihr Domizil in Bonn, am Sitz von Bundestag und Bundesregierung. Wie in der Satzung festgelegt, bestand die Aufgabe der Kommission darin, Forschungen und Publikationen auf dem Gebiet der Parlamentarismus- und der Parteienforschung anzuregen, zu fördern und selbst durchzuführen. Es gelang, dafür eine eigene Forschungsstelle mit fest etatisierten Mitarbeitern einzurichten.

Die Quelleneditionen und wissenschaftlichen Monographien der KGParl vermittelten der historischen Forschung wichtige Impulse. Die von ihr geförderten Veröffentlichungen stießen in der politischen Öffentlichkeit der Bundesrepublik auf großes Interesse. Ein Jahr nach ihrer Gründung erschien mit Helga Timms Studie »Die deutsche Sozialpolitik und der Bruch der großen Koalition im März 1930« der erste Band der »Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien«. Dem ersten Buch folgten – beim Droste Verlag in Düsseldorf, der noch heute als Kommissionsverlag für die KGParl tätig ist – bis 2007 mehr als 250 weitere Publikationen, in denen sich die thematische Vielfalt und das gewandelte Verständnis eines halben Jahrhunderts historischer Parlamentarismusforschung spiegeln.

Die Arbeit der KGParl war vorübergehend existentiell gefährdet, als das Land Nordrhein-Westfalen 2003 im Rahmen einer Haushaltssanierung überraschend die Förderung mehrerer renommierter geisteswissenschaftlicher Forschungseinrichtungen aufkündigte. Die Schließung des Bonner Instituts stand kurz bevor. Dieser für die historische Forschung einschneidende Verlust konnte durch eine Finanzierungszusage des Deutschen Bundestages abgewendet werden. Nach dem Umzug von Parlament und Regierung in die Hauptstadt des wiedervereinten Deutschland verlegte auch die KGParl ihren Standort nach Berlin. Seit 2006 residiert die Kommission zentral in einer Liegenschaft des Deutschen Bundestages am Schiffbauerdamm 17 in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Friedrichstrasse. In Anerkennung von Forschungsfreiheit und wissenschaftlicher Unabhängigkeit entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen der KGParl und dem Deutschen Bundestag zum Besten der Fortsetzung ihrer Arbeit auf dem Gebiet der historischen Parlamentarismus- und Parteienforschung.