| Donnerstag/Freitag, 16./17. Oktober 2008 | ![]() |
|
Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Schiffbauerdamm 17 · 10117 Berlin http://www.kgparl.de |
Konferenz »Fünfzig Jahre Europäisches Parlament – Erfahrungen und Perspektiven« am 16./17. Oktober 2008 in Athen
Die »Hellenic Parliament Foundation for Parliamentarianism and Democracy« (HPFPD) richtete am 16./17. Oktober 2008 in Athen eine internationale Konferenz über das Europäische Parlament aus. An der vom Generalsekretär der HPFPD, Evangelos Chrysos, anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Konstituierung des Europäischen Parlaments organisierten Konferenz nahmen Juristen, Historiker und Politikwissenschaftler aus Griechenland, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Frankreich teil. Die Konferenz tagte in der alten Senatshalle des griechischen Parlaments.
Die 1952 konstituierte »Gemeinsame Versammlung« der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wurde 1957 mit den beiden Versammlungen verschmolzen, die in den Verträgen der neugegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) vorgesehen waren. Die neue Versammlung, die sich selbst Europäisches Parlament nannte, hielt ihre erste Sitzung am 19. März 1958 ab. Bis zur ersten Direktwahl des Europäischen Parlaments im Juni 1979 waren dessen Mitglieder (MdEP) ausschließlich auch Abgeordnete der Parlamente der Mitgliedstaaten.
Der Präsident des griechischen Parlaments und der HPFPD, Dimitrios G. Sioufas, eröffnete die Konferenz. In den drei Sektionen »Historische Entwicklung und Perspektiven des Europäischen Parlaments«, »Das Europäische Parlament als ein Teil der institutionellen Architektur Europas« und »Das Europäische Parlament und die nationalen Parlamente« untersuchten die Teilnehmer die Geschichte, den Einfluß und die Legitimität des Europäischen Parlaments. In mehreren Beiträgen wurde die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Funktionsweise eines nationalen Parlaments und der des Europäischen Parlament thematisiert. In einer weiteren Sektion schilderten griechische MdEP ihre Erfahrungen als Abgeordnete in Brüssel und Straßburg.
Für die KGParl nahm Dr. Joachim Wintzer an der Konferenz teil, der in seinem Vortrag »The way towards direct elections for the European Parliament« den Entscheidungsprozess hin zu den Direktwahlen im Jahr 1979 im Licht aktueller historischer Forschungen analysierte. Vom Netzwerk europäische Parlamentarismusforschung euparl.net war als Sektionsleiterin außerdem Prof. Carla van Baalen (CPG Nijmegen) vertreten. Die Publikation der Konferenzbeiträge in einem Tagungsband ist zu den Europawahlen im Juni 2009 vorgesehen.

