KOMMISSION FÜR GESCHICHTE DES PARLAMENTARISMUS UND DER POLITISCHEN PARTEIEN E.V.
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Mittwoch, 11. März 2009 KGParl Logo

Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien

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Vorstellung des Handbuchs »Parteien in Thüringen« im Erfurter Landtag

Im Erfurter Landtag wurde unter Schirmherrschaft der Präsidentin des Landtages Prof. Dr. Dagmar Schipanski das Handbuch »Parteien in Thüringen« präsentiert. In der anschließenden Podiumsdiskussion erinnerten sich ehemalige Abgeordneten des Thüringer Parlaments – Matthias Büchner, Dr. Ulrich Fickel, Moderator, Michael Gerstenberger, Dr. Gerd Schuchardt, Dr. Frank-Michael Pietzsch (auf unserem Bild von links nach rechts) – an den historischen Umbruch von 1990, der zur Entstehung des Parteiensystems im neuen Bundesland Thüringen führte.

Die Herausgeber des Bandes, Prof. em. Dr. Karl Schmitt und PD Dr. Torsten Oppelland (beide Universität Jena), legen ein umfassendes Nachschlagewerk zur Neugründung von Parteien in Thüringen für den Zeitraum von 1989 bis 2008 vor. Von Karl Schmitts fundiertem Abriss der historischen Ausgangslage eingeleitet, stellt das Handbuch den ersten systematischen Überblick und zugleich eine Dokumentation des Thüringer Parteiensystems aus politikwissenschaftlicher Sicht dar. Die einzelnen Beiträge behandeln zunächst den Prozess der (Neu-)Formierung von Parteien nach westdeutschem Modell: CDU (Thomas Sauer), SPD (Matthias Bettenhäuser und Sebastian Lasch), FDP (Andreas Hallermann), Bündnis 90/Die Grünen (Sven Leunig und Björn Memmeler) sowie die Rechtsextremen Parteien (Janine Patz und Torsten Oppelland). Der Transformation und mehrfachen Umgründung der SED widmen sich Thomas Sauer und Torsten Oppelland.

Die umfangreichen monografischen Kapitel beschäftigen sich eingehend mit der Entwicklung von Organisation und Programm, der Rekrutierung des Führungspersonals, der sozialen und räumlichen Verankerung und der Wählerschaft der Parteien. In einem abschließenden Beitrag bewerten die Herausgeber die zwei Jahrzehnte der »Konsolidierung des Parteiensystems« und der parlamentarischen Entwicklung Thüringens. Ihre Bilanz fällt zwiespältig aus: Einerseits könne sich der wiedererstandene Freistaat auf eine funktionierende, parlamentarisch-repräsentative Demokratie stützen, was angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes keineswegs selbstverständlich sei. Auf der anderen Seite schwinde das Mitgliederreservoir der demokratischen Parteien in dramatischem Ausmaß. In ländlichen Regionen habe dies bereits »zu einer Art parteipolitischem Vakuum« geführt. Setze sich der Trend fort, so das Resümee der Herausgeber, dann drohe den Parteien die Rekrutierungsbasis für qualifiziertes Führungspersonal ebenso verloren zu gehen wie »die lebendige Verbindung zu den Interessen und Problemen der Bürger«.

Neuerscheinung der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien im Droste Verlag


Karl Schmitt/Torsten Oppelland (Hrsg.):
Parteien in Thüringen
Ein Handbuch

(Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 16)

630 Seiten, 78,– €.
ISBN 978-3-7700-5292-9

Internetbestellung: Droste Verlag

 

 

 

 

 

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