KOMMISSION FÜR GESCHICHTE DES PARLAMENTARISMUS UND DER POLITISCHEN PARTEIEN E.V.
SCHIFFBAUERDAMM 17 · 10117 BERLIN · TEL. 030 / 227 925-72 · INFO@KGPARL.DE
Freitag, 30. Oktober 2009 KGParl Logo

Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien

Schiffbauerdamm 17 · 10117 Berlin
Telefon 030/227-92572
Fax 030/227-92574

http://www.kgparl.de

Neuerscheinung:
Die andere Seite der Macht. Reichstag und Öffentlichkeit im »System Bismarck« 1871–1890

Die Macht des Reichstags beruhte zunächst auf den Kompetenzen, die ihm Verfassung, Gesetze und Geschäftsordnung zuwiesen. Diese »instrumentelle Macht«, also etwa seine Gesetzgebungskompetenz oder seine Kontrollfunktion gegenüber der Exekutive, gehört zu den klassischen Themen der Geschichtswissenschaft und ist in zahlreichen Studien behandelt worden. Neben diesen objektiven Faktoren war der Einfluss des Reichstags auch von subjektiven Momenten abhängig, nämlich davon, welche Macht die Zeitgenossen tatsächlich bei ihm vermuteten. Diese zugeschriebene »symbolische Macht« stand dem Parlament nicht jederzeit abrufbar zur Verfügung, sondern sie musste durch kontinuierliche Kommunikation mit der Öffentlichkeit immer neu erzeugt und gefestigt werden.

Dieser von der Forschung bislang kaum beachteten »anderen Seite der Macht« spürt das soeben erschienene Buch in vier Abschnitten nach. Eingangs werden die Gründe bestimmt, die den Reichstag der Bismarckzeit in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken ließen: das allgemeine Männerwahlrecht und seine Gesetzgebungskompetenz. Der folgende Abschnitt behandelt die Präsenz des Reichstags in der Öffentlichkeit, wobei namentlich die Presse, die Wahlkämpfe, die Bildberichterstattung, die Architektur sowie einige parlamentarische Rituale in den Blick geraten. Ein weiteres Kapitel spürt dem Selbstverständnis und den Lebensweisen der neuen Gattung (semi-) professioneller Parlamentarier nach. Das letzte Kapitel schließlich widmet sich der symbolischen Machtkonkurrenz von Parlament und Exekutive, die vor allem in Gestalt Bismarcks und des Kaisers sichtbar wurde. Auf diese Weise entsteht ein neues, umfassenderes Bild von Charakter, Umfang und Grenzen der Macht des Reichstags in den ersten beiden Jahrzehnten des Kaiserreichs.

Neuerscheinung der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien im Droste Verlag

Andreas Biefang:
Die andere Seite der Macht. Reichstag und Öffentlichkeit im »System Bismarck« 1871–1890.
Düsseldorf 2009
(Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 156; = Reihe »Parlament und Öffentlichkeit«, Bd. 2)
356 Seiten mit Abb., 49,00 €.
ISBN 978-3-7700-5296-7

Internetbestellung: Droste Verlag

 

 

 

 

 


zurueckdruckendrucken